23 July, 2017

Color Improvisation 2 - Heidelberg

Textilsammlung Max Berk
Brahmsstraße 8
69118 Heidelberg-Ziegelhausen

Mittwoch, Samstag und Sonntag 13 bis 18 Uhr

www.museum-heidelberg.de


Bitte nicht fotografieren....

...die einzige, kleine Enttäuschung. Ich bin es schon so gewohnt dass man in Quilt Ausstellungen fotografieren darf dass es auffällt wenn man es mal nicht darf. Aber fair enough - es gibt einen Katalog der verkauft werden will. Schade nur dass es keine Postkarten von allen Quilts gibt. Ein Bild von 2 bis 4 Quilts hätte ich schon mitgenommen.

Die Quilts sind beeindruckend. Die Führung / das KünstlerinnenGespräch mit Elke Klein hat Spaß gemacht und mit der einen oder anderen Anekdote, guten Tipps und Hintergrund Infos wie was genäht, gequiltet und/oder designed wurde,  bekommen die großartigen Arbeiten - ihr eigener Quilt genauso wie die der "MitQuilterinnen" - noch einmal eine zusätzliche, spannende Dimension.

Was zwischen den Zeilen immer wieder ganz deutlich herauszuhören war, ist die enge Verbundenheit der "Nancy Crow Schülerin"; man kennt und respektiert sich und die unterschiedlichen Arbeits- und Designstile. Auch wenn es eine - wohl vor allem räumliche - Distanz zwischen den "europäischen/deutschen" und "amerikanischen" Nancy Crow Schülerin zu geben scheint. Immer mit ein bisschen Bedauern darüber, dass (Contemporary) Quilts nicht genauso populär und vor allem "ausstellungswürdig" in Deutschland zu sein scheinen wie in den USA.    

Die Vorgaben für diese Ausstellungsquilts, so wie ich sie verstanden habe, waren das Mindest-/Höchstmaß, eine intensive Farbgebung und das sie viel, wirklich viel gequiltet sein sollten.

Alle Quilts hatten etwas und die Ausstellung insgesamt hat mir sehr gut gefallen, das fast einheitliche, große Format gab den unterschiedlichen Arbeiten etwa Verbindendes. Besonderes schön war es zu sehen dass jede Quiltkünstlerin ihre ganz eigene Handschrift hat auch wenn die Schule von Nancy Crow nicht zu übersehen war.

Zwei "QuiltDetails", die ich für mich mitgenommen habe:

Salt and Pepper No. 2

...das Piecing mit unter anderem weißen, roten und naturfarbenen Stoffen eingerahmt mit ganz dünnen roten gepiecten Linien


Say Whaat?

...das Quilting; einheitliche , gleichmäßige - in ca. 1/2 cm Abstand - Quiltlinien; jeder einzelne Patch mit Quiltfaden immer passend zur Farbe des jeweiligen Stoffstücks einzeln gequiltet
...die aufapplizierten Lietzenkreise


Techniken/Tipps die Elke Klein in der Führung angesprochen hat, die mich interessieren....

  • "unsichtbares" Binding; ...Heike Dressler lehrt das in ihrem  Technische Perfektion Kurse, die jede von uns mal gemacht haben muss...
  • "halbe/offene Nähte" um Formen ein- / zusammen zu nähen; ...Uta Lenk hat das z.B. in ihrem SchleifenQuilt genutzt...
  • "Stoffe wie Spittel/Flicken" einnähen; ...Heide Stoll-Weber arbeitet oft so....

Ich bin sicher auf Instagram, Pinterest und Co. wird es noch weitere Fotos der Color Impression 2 Quilts geben. In Saint Marie (European Patchwork Meeting ) letztes Jahr konnte man bereits ein paar wenige Quilts der Ausstellung bewundern und fotografieren.

Der Trip nach Heidelberg lohnt sich auf jeden Fall und nachdem das Max Berk Haus erst um 13 Uhr öffnet bleibt der Vormittag für ein bischen Sightseeing in der Stadt oder dem Schloss...




20 July, 2017

Quilt- und Patchwork „historisches“ aus Deutschland…


Ich lese immer wieder dass das Quilten, die Quilts, die Patchworkdecke, von den europäischen Einwanderinnen mit nach Amerika gebracht worden ist. Ob damit wirklich auch deutsche Einwanderinnen gemeint sein können? Von einer Quilt / Patchwork Tradition - vor dem „zurück schwappen“ aus Amerika in den 1970er/1980er Jahren - war mit bisher nichts bekannt. Ich stolpere jetzt aber doch immer wieder mal über kuriose / spannende „Beweise“ dass Patchwork / Quilten schon sehr viel länger in Deutschland zu mindestens bekannt, wenn auch vielleicht nicht ganz so populär, gewesen sein muss.

1838

Friedrich Arends; Schilderung des Missisippithales oder des Westens der Vereinigten Staaten von Amerika nebst Abriß meiner Reise dahin; Druck H.Wortmann Stadt Buchdrucker, Emden, 1838 – Seite 453 Google Books

…Den Tag über belegt man die Betten mit gewürkten1 oft recht hübschen baumwollenden Decken. Als ich zuerst hier kam, war eine besondere Art Mode, die mich an die s. g. Betteldecken erinnerten, welche in den ersten neunziger Jahren des vergangenen Säkulums2 in Deutschland an der Tagesordnung waren, aus lauter Quadraten zusammen gesetzt, deren jedes aus zwei bunten, zwei weißen Dreiecken von Kattunzeug besteht; da man die Lappen dazu von guten Freunden erbat, bekamen Sie den angegebenen Ehrennamen. Sie werden mit Baumwolle allenfalls auch Heede3 gefüttert, sind aber jetzt nicht mehr gebräuchlich; die Mode wechselt in Amerika’s fernsten Wäldern so gut wie in Paris und London…“ 

1 gewürkten 
2 Säkulum          
  • vergangenen 100 Jahre
3 Heede 


Quilt Details:

Bezeichnungen: 

  • Betteldecken
  • Lappen – Plural von Lappe (viereckige Zeug-/Stoffstücke)
Material: 

QuiltBlock/Muster:

  • „..aus zwei bunten, zwei weißen Dreiecken… „
    Quadrate aus 4 Dreiecken - Hourglass?
    Quelle: Ein Hour Glass Quilt aus dem den 18. Jahrhunderts
    Bow Tie. (Maker not recorded). Late 1800's. From Arizona Quilt Documentation Project, Arizona Quilt Project 1987-1989. Published in The Quilt Index, http://www.quiltindex.org/fulldisplay.php?kid=67-EC-7B9 Accessed: 07/20/2017
Erwähnenswert: 
  • „…Lappen dazu von guten Freunden erbat…“ - FriendshipQuilts?

11 June, 2017

Pineapple Block #12blöckejuni....



...und dann war kein weißer Stoff (Moda Bella Solids White) mehr da.


Die Vorgabe ist der klassische Pineapple Block. Das Mittelquadrat habe ich mit einem 3D Blöckchen begonnen, eine Falttechnik die wir in der Patchwork Gruppe Hanau in einem Kurs mit Herma Becker gelernt haben.



Dann eine rot weiße "Schnecke" drum' herum, alles genau in der Pineapple-Technik  und durch die Farbauswahl löst sich das Blockmuster auf.


Pineapple Block #6Köpfe12BlöckeJuni




19 May, 2017

PusteBlumenSamenStern





Dresdner Teller PrairiePoints rot/weiß



Eine kleine BilderBuchAnleitung: Die Grundlage für meinen "Teller" ist die Anleitung von April 2017 Block "Dresden Plate"  für den 6 Köpfe 12 Blöcke QuiltAlong von Andrea Kollath / Quiltmanufaktur.

Meine "Abwandlung" sind die anders farbigen (in meinem Block roten) Spitzen und die PrairiePoints zwischen den einzelnen "Blades".

Schritt 1: Die roten Spitzen

Die Spitze von einem "Blade" ist immer halb so hoch wie die jeweilige Schablone breit ist.

Also markiere ich mir diesen Teil auf der Schablone (auf dem Dresden Acryl-Lineal reicht es einen - wieder abwaschbaren - Strich zu zeichnen).


Ich nähe "pi mal Daumen" einen schmaleren roten Streifen an einen weißen Streifen (beide etwas "höher" als die "Blade" Vorlage, nur zur Sicherheit).



Sobald alle zweifarbigen "Blades" zugeschnitten sind einfach wie in der Anleitug beschrieben die Spitzen nähen und "auffalten" (sorgfältiges bügeln hilft immer....).


Schritt 2: PrairiePoints

Für meine kleinen PrairiePoints habe ich 8 Quadrate à 2 Inch und für die ganz kleinen PrairiePoints 8 Quadrate à 1 Inch zugeschnitten und zu PrairiePoints gefaltet.




Schritt 3: "Blades" und PrairiePoints kombinieren...

Ich habe für meinen Block alle kleinen PrairiePoints ca. 1 cm von der roten Spitze und alle ganz kleinen PrairiePoints ca. 2 cm vom unteren Rand eingesetzt.

 


Jeweils 2 "Blades" mit einem PrairiePoint (als "Sandwichbelag") zusammennähen, das ergibt den ersten Satz von 8 "Doppel-Blades".

 
 
Wichtig! Je nachdem in welche Richtung man sich entscheidet die Nähte auf der Rückseite zu bügeln, zeigen später auch die PrairiePoints. Wenn alle PrairiePoint Spitzen in die gleiche Richtung zeigen sollen, genau darauf achten dass sie auch alle in die gleiche Richtung gebügelt sind....
 
 

Jetzt jeweils zwei der "Doppel-Blades" mit einem ganz kleinen PrairiePoint zusammennähen.



Damit dürfte der Dresdner Teller fas fertig sein.


Zu guter Letzt noch den Mittelkreis entsprechend der 6 Köpfe 12 Blöcke Anleitung einsetzten - fini....